Welt im Umbruch

Eine Welt im Umbruch 25.3.2011

In der arabischen Welt gehen die Menschen auf die Barrikaden.
Für die Weltwirtschaft, Banken und Börsen ist das Chance und Risiko zugleich.

Apropos „Welt“, eine ganze Welt, und zwar die arabische, befindet sich (nicht nur wegen der Japan-Katastrophe) derzeit im Umbruch.

Die arabische Welt durchläuft eine tiefgreifende
Veränderung, die für viele von uns (ein paar politisch Eingeweihte ausgenommen) hier im Westen überraschend kommt.

Terrorismus, Menschenrechtsverletzungen
und Krieg, das waren die Vokabeln der Schlagzeilen aus dem arabischen Raum.

Doch auf einmal macht sich in diesen Breiten Aufbruchstimmung breit.

Die Menschen wollen demokratische Verhältnisse, wollen Meinungsfreiheit und soziale Sicherheit. Das ist eine gute Entwicklung, die mir Mut macht. Sie ist aber auch eine gefährliche Entwicklung; niemand weiß, wo und womit sie
enden mag.

Am Schluss kann auch der Rückfall in diktatorische Regime-Verhältnisse stehen, die noch härter und noch brutaler als die früheren sind.

Es kann aber auch eine Welt entstehen, und das wünsche ich
uns allen, die freier und friedlicher ist.

Für die Finanz- und Börsen-Welt (das ist unsere Welt nun einmal) könnte das ungeahnte positive Folgen hoben. Ähnlich wie der Fall der Berliner Mauer 1990 einen Neuanfang Europas initiiert hat, könnte es auch im arabischen Raum zu einer „innovativen Flut“ kommen.

Das Potenzial dazu ist jedenfalls da.

Schließlich haben die Araber eine lange intellektuelle Tradition. (Siehe mein OPINIO für den dritten Passions-Sonntag Oculi).

Es war der persische Mathematiker Mohammed Al-Khwarizmi, der die moderne Algebra begründete, und es waren muslimische Wissenschaftler, die die astronomischen Werke der Griechen ins Arabische übersetzten und sie weiterentwickelten.

Und es war die ägyptische Stadt Alexandria, die in der Antike die größte Bibliothek beherbergte, die dann durch einen überflüssigen Krieg, dessen Historie verorenging, in Flammen aufging.

Irgendwann ist dieser innovative Fluss abgeebbt.

Seit dem 13. Jahrhundert war es auf einmal das europäische
Abendland, das lnnovatlonen hervorbrachte.

Kommt es nun zu einem erneuten Wechsel, zu einer Auferstehung des Morgenlandes?

Wie auch immer, für den Weltmarkt und Europa wird es spannend.

Schon ein kurzer Blick auf den Ölpreis zeigt, wie ,,geladen“ die Stimmung ist.

Kommt es zu einer Eskalation. droht auch der Weltwirtschaft weiteres Ungemach. Denn ein hoher Ölpreis drückt deflationär das Wirtschaftswachstum.

Es bleibt also spannend!

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