Welt im Umbruch – 1.11.2011

Nicht nur in der arabischen Welt gehen die Menschen auf die Barrikaden. Hier in unserer Region auch.

Für die Weltwirtschaft, Banken und Börsen ist das Chance und Risiko zugleich.

Apropos „Welt“, eine ganze Welt, und zwar die arabische, befindet sich (nicht nur wegen der Japan-Katastrophe) derzeit im Umbruch.

Die UNESCO hat Palästina aufgenommen, obwohl es den Staat offiziell noch gar nicht gibt. Libyen hat gewählt, wie auch immer… Die Griechen sollen laut Papandreou selbst entscheiden, ob sie den teuren „Rettungsschirm“ annehmen oder nicht. Frau Merkel trifft Erdogan in ansehbarer Zeit, kaum dass die Feierlichkeiten zum Deutschland-Türkei-Abkommen vergangen sind.

Die arabische, die europäische und die vorderasiatische Welt durchläuft eine tiefgreifende Veränderung, die für viele von uns (ein paar politisch Eingeweihte ausgenommen) hier im Westen überraschend kommt.

Terrorismus, Menschenrechtsverletzungen und Krieg, das waren die Vokabeln der Schlagzeilen aus dem arabischen Raum.

Doch auf einmal macht sich in diesen Breiten Aufbruchstimmung breit.

Die Menschen wollen demokratische Verhältnisse, wollen Meinungsfreiheit und soziale Sicherheit. Das ist eine gute Entwicklung, die mir Mut macht. Sie ist aber auch eine gefährliche Entwicklung; niemand weiß, wo und womit sie
enden mag.

Am Schluss kann auch der Rückfall in diktatorische Regime-Verhältnisse stehen, die noch härter und noch brutaler als die früheren sind.

Es kann aber auch eine Welt entstehen, und das wünsche ich
uns allen, die freier und friedlicher ist.

Für die Finanz- und Börsen-Welt (das ist unsere Welt nun einmal seit dem wir uns für das merkwürdige Tauschmittel „Geld“ entschlossen haben) könnte das ungeahnte positive Folgen hoben. Ähnlich wie der Fall der Berliner Mauer 1990 einen Neuanfang Europas initiiert hat, könnte es auch im arabischen Raum zu einer „innovativen Flut“ kommen.

Das Potenzial dazu ist jedenfalls da.

Schließlich haben die Araber eine lange intellektuelle Tradition. (Siehe meinen OPINIO-Artikel für den dritten Passions-Sonntag Oculi).

Es war der persische Mathematiker Mohammed Al-Khwarizmi, der die moderne Algebra begründete, und es waren muslimische Wissenschaftler, die die astronomischen Werke der Griechen ins Arabische übersetzten und sie weiterentwickelten.

Und es war die ägyptische Stadt Alexandria, die in der Antike die größte Bibliothek beherbergte, die dann durch einen überflüssigen Krieg, dessen Historie verlorenging, in Flammen aufging.

Bei den Griechen haben sich europäische Denker und Politiker einiges abgeschaut.

Irgendwann ist dieser innovative Fluss abgeebbt.

Seit dem 13. Jahrhundert war es auf einmal das europäische
Abendland, das lnnovationen hervorbrachte.

Kommt es nun zu einem erneuten Wechsel, zu einer Auferstehung des Morgenlandes?

Wie auch immer, für den Weltmarkt und Europa wird es spannend.

Schon ein kurzer Blick auf den Ölpreis zeigt, wie ,,geladen“ die Stimmung ist.

Kommt es zu einer Eskalation. droht auch der Weltwirtschaft weiteres Ungemach. Denn ein hoher Ölpreis drückt deflationär das Wirtschaftswachstum.

Es bleibt also spannend!

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